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Köstlich, unterhaltsam, gescheit |
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Benedikt als Evangelen-Schredder |
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Unser Tipp: Comedy |
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Unser Tipp: Kabarett |
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| Urban Priol zündet bei „Götter, Spötter & Gelehrte“ ein verbales Feuerwerk an der Universität Passau |
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 |  | Im wahrsten Sinne haarsträubende Kirchenkritik: Urban Priol feuerte bei seiner Rede in Passau mehrfach kräftig auf den Papst.Foto: Geisler | Er wollte, wie es die Veranstaltungsreihe „Glaube und Satire“ vorgab, einen wissenschaftlichen Vortrag verfassen, aber es sei ihm nicht recht gelungen. Nicht diese Bemerkung, sondern die ersten Minuten seines kabarettistischen Parlandos lassen stutzen, ob sich Urban Priol nicht am Thema vorbeilavieren will. Pauli-Stoiber-CSU-Geschichten tischt er auf. C steht für christlich, aber ein bisschen mehr hätte man sich schon erwartet. Priol wäre nicht Priol, wenn aus dem bisschen nicht eine gewaltige Menge wird. |
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| Die Überleitung von Politik zu Glaube lautet schlicht: die CSU ist irgendwie weltfremd, „genauso wie die katholische Kirche“. Was folgt, ist ein verbales Feuerwerk. In rasendem Tempo setzt Priol seine Wortsalven, für jeden Halbsatz nimmt er scharfes Pulver, aus dem Auditorium schallen Lachsalven zurück. Und so, wie es pyrotechnische Übertreibungen gibt, bei denen man nicht mehr allen Knallern gebührend folgen kann, so ist es auch mit diesem unterfränkischen Kabarettisten. Nur dass bei ihm das Pulverfass auch nach eineinhalb Stunden noch voll ist, da es vom Zeitgeschehen täglich nachgefüllt wird. |
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Urban Priol hat nur Revue passieren lassen, „was die letzten zweieinhalb Jahre kirchlich so passiert ist“. Das so zu kommentieren, dass man aus der Satire nicht mehr rauskommt, kann nur Urban Priol. Er zeigt, wie sich die Protagonisten von Politik und Kirche ähneln, besonders die mächtigsten. Dabei raubt er den Gutgläubigen alle Illusionen, dass Geistliche von Haus aus bessere Menschen seien, zeigt vielmehr spaßreich und schonungslos auf, dass sie auch nur Menschen sind. Unvollständig seien wir doch alle, die Erde vielleicht mal „der Fiat unter den Planeten“. Immerhin sei auch der Oberste der katholischen Kirche nur „Stellvertreter“ - „zum Chef hat’s nicht gelangt“. Lustvoll schlachtet Priol das Medientreiben aus, das sich um den Tod von Johannes Paul II und die Wahl von Papst Benedikt ereignet hat. Weil heute selbst ein Papst Medienfigur ist, nennt er ersteren im „Dallas“-Slang JP2, den amtierenden nach seinem weltlichen Namen JR. Für „unseren“ Papst hat er noch andere Namen: „Evangelen-Schredder“ oder „alte Ratz“. Damit bedient er, was ein Teil des Publikums erwartet und ein den Mienen nach zu urteilen verschwindender Teil befürchtet hat. Richtig ernst wird Priol nur sekundenlang, wenn er menschlichen Irrsinn anspricht, den niemand, sei er evangelisch oder katholisch, leugnen kann. Irrsinnig ist allemal seine eigene Redekunst, köstlich sein Spiel und sein parodistisches Talent. Seine Einmannshow ist das erste Feuerwerk, das im Audimax der Uni Passau je gezündet wurde.
Gabriele Blachnik (Artikel vom 8.11.2007) |
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